Perspektivwechsel
... gefährdet den Glauben, dass die eigene Wahrnehmung die einzig richtige ist, ja, das Grundbedürfnis nach Streit. Die Fremdsicht öffnet aber auch eine Gedankenwelt, in der ein Minus ein Plus ist und ein Nazi ein guter Mensch. Sie schenkt gespenstische Einsichten und die Weitsicht auf ein Paralleluniversum, in dem Hirngespinste wahr sind.
Aus der Sackgasse dieses Texts befreit die Flucht in die Fluchtperspektive. Wie eine Malerin vereinigt sie alle erdenklichen und unerdenklichen Standpunkte, indem sie in der Ferne alles zusammen fließen lässt. Es wird das Bild einer Welt gezeichnet, in der alles eins ist, nämlich ein diffuser Brei. Ein Gedanke, der in der nebelhaften Innenansicht des Autors entstanden ist.
Zu schlechter Letzt darf dieser Ritt durch allerlei Anschauungsweisen für sich in Anspruch nehmen, überhaupt keine Perspektive aufzuzeigen.