Lustwandel
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Die Gesellschaft befindet sich im Wandel von Wanderlust zu Lustwandel. Wanderte man neulich noch, so möchte man heute abgeholt werden, wo persönlich stehen geblieben. Die ungelüftete Volksseele tritt auf Eingewanderte ein. Sie tritt auch auf der Stelle, denn mit Auswandern hat es der Unbewegliche ebensowenig. Der eigene Sumpf lässt ihn untenrum feststecken. Der Mief im Gemächt wird zum Verhütungsmittel und aus Lust und Liebe die Woll-Lust, sich in die Wolle zu kriegen.
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Der Heimeligem fällt das Dach ihres Schneckenhauses auf den Kopf. Erlösung findet sie im Untergang, im selbstinszenierten Passionsspiel. Doch der Akt der Wiederauferstehung entfällt aus Faulheit.
Ohne Wanderlust bleibt alles stehen. Der Hormonstau, der erigierte Zeigefinger - und dieser Text auf halber Strecke.
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