Das Mimikry des Mimini

 

Die grassierenden Unverträglichkeiten von Laktose, Kritik und Fußball-Niederlagen sensibilisieren gegenüber dem Phänomen der Hochempfindlichkeit. Wer dies erkennt, beginne bei sich selbst, lasse Feinfühligkeit walten, entdecke Komfortzonen und setze Grenzen, die vor der Konfrontation mit dem Lebensrisiko schützen. Besser als an den Wunden des Lebens leckt man an dem Zucker, den man sich selbst aufs Brot schmiert; schmiegt man sich an die Zuckerwatte, in die man seine dünne Haut hüllt.

Kritik muss weich in Lob verpackt sein, sonst wird sie einem zwar zugestellt, aber nicht entgegen genommen. Die Mischung macht's: hartes Lob und zarte Kritik! Selbstlob gebührt einem für die Bewusstwerdung des eigenen Sensibilitäts-Potenzials. Hat man es gehoben, läuft man nicht in die Falle, robust zu werden, eine Stärke auszubilden, die einem in der Forderung "Stärke zu zeigen" zum heimtückischen Bumerang gereichte. Schwäche ist Stärke und umgekehrt.