Mediales nur medium garen

Nur durch ein Medium lässt sich die Welt jenseits des eigenen Wahrnehmungshorizonts erfahren. Sensitive Medien respektieren die engen Grenzen der Wühlfühlzonen, sonst sucht sich die freiwillige Selbstbeschränkung einen auf das eigene Meinungsspektrum spezialisierten Weltfilter. Doch ist die Medienlandschaft von Vielfalt geprägt: machmal Wüste und verbrannte Erde, mitunter Sumpf und wieder andermal Einöde.

Diversität entsteht durch multiple Missverständnisse im nur Angedachten. Das Komplexe dahinter ist unverdaulich und gehört nur medium gegart; sonst bietet die journalistische Digestion keine Überraschung mehr. (Was will der Zimmermann mit einer intakten Stuhlprobe?) Hintergründe haben als Nuancen anzuklingen, aber ohne Geschmäckle. Ein Text muss alle Texturen aufweisen, als harter Fakt oder weiche Meinung, als smoothe Bestätigung oder krispe Grollvorlage lesbar sein. Ein sprachliches Handicap hilft, den halben Garpunkt zu treffen. Halbwahrheiten sind optimal, wenn sie als überzeugende Farce aufgetischt werden.
Machen mithin die Medien ihre Arbeit medium, gibt es das beste Beef.
Diese intellektuelle Schonkost passt optimal in ein Werbeumfeld aus Magerfleisch und Grützbrei.