Mediales nur medium garen

Nur durch ein Medium erlebt das Nachrichtennehmy die Welt jenseits des eigenen Wahrnehmungshorizonts. Doch was es erfahren möchte, unterliegt der freiwilligen Selbstbeschränkung auf seine Wohlfühlzone, weshalb er ein auf das eigene Meinungsspektrum spezialisiertes Medium wählt. Ein veritabler Mediengeber hingegen legt seine Meinungsköder so aus, dass sie auch Menschen vom anderen Anschauungsufer anziehen. Er säht die Saat des Widerspruchs, den er im Gegenzug als Hass ernten darf. Das Gegrunze der Missgunst nährt sein Überlegenheitsgefühl

 

Ein Medium vermittelt zwischen Sender und Empfänger, beispielsweise der Social-Media-Handlanger zwischen Geber und Nehmerin einer Hassbotschaft.

 

Die Antwort liefert die maßvolle Zubereitung eines Steaks: medium! Die Wirklichkeit ist hart und unverdaulich wie gefrorenes Rindfleisch. Dagegen verlässt die sorgsam reflektierte und ausgegorene Meldung die Grenzen des etablierten Diskursniveaus und ruft qua Seriosität nur Verständnisschwierigkeiten resp. Intellekt hervor.

 

Die Medienlandschaft ist manchmal Wüste, mitunter aber auch Sumpf und wieder andermal Einöde.

 

Den Pfad des Mediokren, den goldenen Weg der Mitte, zu beschreiten, heißt eine Nachricht mit ihren Hintergründen gerade so weit zu durchdringen und in sachdienliche Hintergründe einzubetten, dass jeder Wirklichkeitskonsument sie flexibel als Fakt oder als Meinung, als Bestätigung oder Grollvorlage lesen kann. Ein sprachliches Handicap seitens der Journalistin hilft hierbei. In einem Satz: Wenn die Medien ihre Arbeit medium machen, gibt es das beste Beef.