Skepsis und Sepsis

 

Skepsis nennt man die mentale Abwehrreaktion gegen Schutz vor Krankheiten. Immerhin möchten Skeptizierende gegen Impfschutz geimpft werden. Ihre Immunkompetenz ist die Stärke, auf die Stärkung der Abwehrkräfte zu verzichten. Profiskeptys haben ihren gesunden Argwohn so weit entwickelt, dass sie statt an Spritzenschutz an Wirkstoffduschen aus Wolken glauben. Doch verbietet es sich, bei den Sorgen und Tröten derer Abstriche zu machen, die sich auch dem Abstrich nehmen verweigern.

 

Wo Skepsis zu Sepsis geworden ist, wollen vergiftete Fragen beantwortet werden: Sollte man den Geimpften mehr gestatten, weil sie den Nicht-Vaksinys in ihrer Wirkung auf das Gemeinwohl ungleich sind? Oder wiegt das Recht auf das rebellische Gefühl, diskrimiert zu werden, stärker? Darf man benachteiligen, wer Ansteckung stärker als nötig mit anderen teilt? Wer einer Abwehrreaktion gegen Immunabwehr entgegen fiebert? Wer bereits von chronischem Gekränktsein krank ist?

Die virale Starrköpfigkeit der Impfschimpfenden gehört nicht ausgegrenzt, Spaltpilze nicht abgespalten, nur weil sie ihr Verhältnis zur Wahrheit selbst gespalten haben. Leider ist im kontrafaktischen Kontext egal, ob eine Aussage zutrifft, ob alle unter dem Umgeimpftsein einer Minderheit leiden. Zu den nun aufkommenden Gefühlen von Reaktanz und Verwirrung passen Kartoffelspalten mit brauner Sauce.