Skepsis und Sepsis

 

Skepsis ist die mentale Abwehrreaktion gegen Schutz vor Krankheiten. Skeptizierende möchten gegen Impfschutz geimpft werden, immerhin. Ihre Immunkompetenz ist die Stärke, auf die Stärkung der Abwehrkräfte zu verzichten. Profiskeptys haben ihren gesunden Argwohn so weit entwickelt, dass sie statt an Spritzenschutz an Wirkstoffduschen aus Wolken glauben. Doch verbietet es sich, bei den Sorgen und Tröten derer Abstriche zu machen, die sich dem Abstrich nehmen verweigern.

 

Wo Skepsis zu Sepsis geworden ist, gehören vergiftete Fragen beantwortet. Sollte man den Geimpften mehr gestatten, weil sie den Nicht-Vaksinierten in ihrer Wirkung auf das Gemeinwohl ungleich sind? Oder wiegt das Recht auf das rebellische Gefühl, diskrimiert zu werden, stärker? Darf man benachteiligen, wer Ansteckung mit anderen teilt? Wer einer Abwehrreaktion gegen Immunabwehr entgegen fiebert? Wer bereits vom chronischen Gekränktsein krank ist?

Solche Erwachsene haben sich ihren kindlichen Trotz bewahrt und damit denselben Anspruch auf Nachsicht wie Fünfjährige. Die virale Starrköpfigkeit der Impfschimpfenden gehört nicht ausgegrenzt; Spaltpilze nicht abgespalten, bloß weil sie ihr Verhältnis zur Wahrheit gespalten haben. Zu den nun aufkommenden Gefühlen von Aggression und Verwirrung passen Kartoffelspalten mit brauner Sauce.